Die Buschogruppen

Die Buschogruppen2020-09-16T11:45:54+00:00

Die Mehrheit der Buschos ist Mitglied einer Buschogruppe, aber es gibt jedes Jahr
Einzelgänger, die sich spontan, allein oder in kleineren Gruppe dem Zug anschließen. Für den
kostümierten städtischen Karneval haben sich in den letzten Jahren 1.000 bis 1.200 Menschen
als Busos verkleidet, die in 58 unabhängig organisierten, geschlossenen
Gruppengemeinschaften ihre charakteristischen Riten formen.

Die Beteiligung von Buschogruppen ist ebenfalls mehrstufig, da einige Mitglieder auch
Musiker, Tänzer oder Maskenschnitzer sind, die gelegentlich auch mit anderen Gruppen in
rituellen Kontakt kommen. Die Buschos ordnen sich den internen Regeln der Gruppen unter,
und die Gruppen definieren sich als „Buschogesellschaft“, während sie das gemeinsame Ziel
verwirklichen, das Fest zuwege bringen und erleben. Gemeinsam und demokratisch gestalten
sie Jahr für Jahr ihre Riten, was ein Tradition bewahrender, aber sich dynamisch bewegender,
verändernder, reproduzierender und bereichernder Prozess ist.

Die delegierten Leiter der Gruppen konsultieren die Stadtverwaltung und die Organisatoren.
Sie einigen sich über Ereignisse und wissenswerte Informationen, die jede Gruppe betreffen.
Außerdem besprechen und vereinbaren sie die Pläne der einzelnen Gruppen. Sie versuchen,
sich aneinander und an die Erwartungen des Tourismus anzupassen, während sie stets darauf
aufpassen, dass diese Erwartungen ihre eigenen Bräuche nicht beeinflussen. Die im
Programmheft veröffentlichten Veranstaltungen streben ein Gleichgewicht zwischen der
„Buschogesellschaft“ und dem internen Betrieb und der Autonomie der Buschogruppen an.
Die Rivalität unter den Gruppen bedeutet einen ständigen Drang, in der Faschingszeit so bunt
und anspruchsvoll wie möglich zu erscheinen.

Innerhalb der Gemeinschaft hat jede Gruppe ihre eigene spezifische Tradition, die für den
externen Beobachter völlig unsichtbar bleibt. Dies sind die Zusammensetzung der Gruppen,
die Möglichkeit und Methode des Mitgliedwerdens, die Hierarchie der Mitglieder, ihre
Motivationen, ihre Raumnutzungsgewohnheiten, einschließlich der Länge und der Ordnung
der Vorbereitungszeit, die Aufzugsrouten, die rituellen Ereignisse der jeweiligen Zeit,
zusätzliche materielle Vorräte und Attribute. Das Kontakthalten außerhalb der
Karnevalsperiode kann ebenfalls unterschiedlich sein, im Allgemeinen ist es jedoch durch
Kontinuität, regelmäßiges Treffen und Vorbereitung auf den nächsten Fasching
gekennzeichnet. Die Verbundenheit innerhalb einiger Gruppen ist so eng, dass die Mitglieder
gemeinsam Urlaub machen, bzw. einander gegenseitig beim Hausbau oder beim
Schweinestechen helfen. Andere treffen sich auch regelmäßig. Sie führen Gespräche, kochen
zusammen, während sie sich auf den nächsten Karneval vorbereiten.

Die Namen der Buschogruppen können ihre charakteristische Eigenschaften widerspiegeln,
durch die sie sich von anderen unterscheiden, wie zum Beispiel Kanone, Teufelsrad, Horn,
Kübelboot, Ziegenhorn, Stock. Die Benennung kann sich auf eine typische Aktion oder ein
typisches Ereignis beziehen, wie Riesenknall (auch eine Kanonengruppe), Überquerung der
Donau. Es gibt Namen, die sich auf die Identität der Schokatzen oder die Bindung zu der
Nationalität beziehen: Kreis der Mohácser Schokatzen, Búso Club (in ihrem Namen wird
„búso“ absichtlich anders geschrieben als gewöhnlich), Poklade, Mladi Momci, Stari Momci,
Danica Zvezda. Die Namen Wintervertreiber und Türkenschläger sind mit der
Ursprunglegende des Brauchs verbunden. Nach dem Anführer der Gruppe wurden unter
anderem die Gruppen Marosa und Vidák benannt. Auch humorvolle Wortspiele kommen in
manchen Namen vor. Jede Gruppe hat eine führende Person, die von jedem Mitglied

respektiert wird. Es kann sich um einen älteren Menschen handeln, sowie um eine
qualifizierte oder eine kreative Person.